Evaluation des Pilotprojektes PlusS an per Los ausgewählten Schulen

Um die Tragfähigkeit des PlusS bereits im Vorfeld zu überprüfen, wurde es im zweiten Schulhalbjahr 2003 an sieben Frankfurter Schulen pilotiert, denen der PlusS für ein halbes Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Im Anschluss wurden die sieben Schulen zu ihren Erfahrungen und ihrer Bewertung des PlusS befragt. Zu diesem Zweck wurde ein Fragebogen konzipiert. Dieser enthielt ausschließlich offene Fragen. Er wurde Mitte Mai 2004 mit einem Begleitschreiben verschickt und stand ebenfalls online als Formular zur Verfügung.

57% der angeschriebenen Schulen sendeten uns ausgefüllte Fragebögen zurück. Die absolute Zahl der Rückläufe ist zwar nicht sehr hoch, dennoch lässt die Ausführlichkeit der Rückmeldungen sowie deren klare Tendenz, gekoppelt mit unseren Erfahrungen eine aussagekräftige Auswertung sowie Rückschlüsse für die Zukunft zu.

 

An dieser Stelle ein Auszug der Auswertung, die in ausführlicher Form in unserem Projektbericht von 2004 [PDF, 9,7 MB]  nachzulesen ist:

 

1. Aufgaben, die nach Ansicht der IT-Beauftragten im Rahmen des PlusS übernommen werden sollten:

  • Problembehebung*
  • Neuinstallation von Software/Klonen*
  • Neueinrichten von PCs
  • Datensicherung
  • Security*
  • Beratung/Benutzerverwaltung
  • Austausch defekter Komponenten*

Die Aufgaben, die nach Meinung der Schulen im Rahmen des PlusS übernommen werden sollen, unterschieden sich zum Teil von dem, was im Rahmen des Basis-Supports von fraLine angeboten wurde (mit * gekennzeichnet). Gerade Aufgaben, die eine regelmäßige Pflege erfordern, wurden im Kontext des PlusS nachgefragt.

 

2. Frequenz

Vereinzelt wurde aus Gründen der Kontinuität und des Arbeitsvolumens eine höhere Frequenz als der 14tägige Vor-Ort-Besuche gewünscht. Ansonsten wurde nicht bei der Frequenz, sondern hinsichtlich der Zeitplanung und -koordination Verbesserungsbedarf angemeldet. Die Lehrerinnen und Lehrer wünschten sich eine stärkere Anpassung an ihre eigenen zeitlichen Ressourcen, damit sie zusammen mit den fraLine-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern Probleme bearbeiten und insbesondere ihren eigenen Wissenstand aktualisieren können. Als Vorschlag wurde genannt, die Termine außerhalb der Unterrichtszeit der Lehrerinnen und Lehrer zu vereinbaren, also eher für nachmittags. Die nachvollziehbare Begründung lautet, dass der First-Level-Support weiterhin von den IT-Beauftragten geleistet werden muss und deshalb deren Einbindung auch hinsichtlich der Anwesenheit bei Problemlösungen wünschenswert ist.

 

3. Bedeutung der festen Ansprechpartner als Bestandteil des Konzepts

Dieser Punkt innerhalb des Gesamtkonzepts ist in den Augen der IT-Beauftragten der wichtigste.
Als Begründung wurde angeführt:

  • keine Zeitverluste durch wiederholte Einarbeitungszeit
  • Kenntnis der örtlichen und technischen Gegebenheiten
  • gemeinsamer Kenntnisstand
  • kein Informationsverlust in der Kommunikation
  • kürzere Wege bei Problemmeldung durch direkte Ansprechpersonen

 

4. Gewichtung feste Ansprechpartner vs. Regelmäßigkeit

Auch wenn die Regelmäßigkeit des PlusS für die IT-Beauftragten interessant ist, so liegt doch die klare Präferenz bei den festen Ansprechpartnern.

 

5. Dauer der einzelnen Vor-Ort-Besuche

Hier differieren die Aussagen. Der Vor-Ort-Termin mit zwei Zeitstunden wird in Relation zur Frequenz der Besuche bewertet. Diese Frage wurde also hinsichtlich des Gesamtvolumens beantwortet.

Der gemeinsame Tenor:

  • Zwei Zeitstunden in 14 Tagen sind tendenziell zu wenig.
  • Das Volumen der vor Ort aufgewendeten Zeit sollte eher flexibel gehalten werden.

 

6. Aufgetretene Schwierigkeiten

Es wurden keine gravierenden genannt. Lediglich kleinere Probleme bei der Terminkoordination und die Kürze des verlosten Pilots wurden moniert.

 

7. Weitere Anregungen

In einer Rückmeldung wurde angemerkt, dass die willkommene Entlastung auf der einen Seite, auf der anderen durch die notwendige Abstimmung sowie das Ausfüllen der Fragebögen auch Mehrbelastungen mit sich brachte.
Wir gehen davon aus, dass gerade die Regelmäßigkeit des PlusS in Kombination mit der Nutzung der asynchronen Kommunikationsplattformen wie dem fraDesk den Abstimmungsbedarf sehr reduzieren wird. Und natürlich werden wir uns bei der Frequenz von Befragungen die gebotene Zurückhaltung auferlegen.

 

8. Wäre Ihnen ein weiterer PlusS wichtig?

Uni sono lautete hier die Auskunft: Sehr wichtig!


Interview mit Frau Fladung, Lehrerin an der Charles-Hallgarten-Schule in Frankfurt am Main (Förderschule)


Seit Dezember 2003 nehmen alle 15 Frankfurter Förderschulen im Schulverbund den PlusS in Anspruch, darunter die Charles-Hallgarten-Schule. In einem Interview schilderte Frau Kerstin Fladung (K. F.), eine der IT-Beauftragten an der Schule, die Vorteile des PlusS aus ihrer Sicht.

 

Seit Anfang 2004 nimmt die Charles-Hallgarten-Schule den PlusS in Anspruch. Was sind in Ihren Augen die Vorteile?

K. F.: Der PlusS bietet uns einen festen Ansprechpartner, der mit unserer Netzwerkarchitektur und der installierten Software vertraut ist. So sind häufige Probleme bekannt und können schneller behoben werden. Ein fester Ansprechpartner lernt mit der Zeit auch die Besonderheiten der jeweiligen Schule und ihres Klientels kennen, so dass eine kompetente Beratung hinsichtlich der Soft- und Hardwareauswahl, der Netzwerksicherheit, etc. möglich ist. Die regelmäßigen Supporttermine bieten uns die Möglichkeit, unser Netzwerk in Kooperation mit einem kompetenten Ansprechpartner auf dem neuesten Stand zu halten, an die Anforderungen unserer Schüler anzupassen und weiter zu entwickeln.

In welchen Bereichen haben Sie eine Entlastung durch den PlusS erfahren?

K. F.: Mittlerweile umfasst unser Netzwerk ca. 50 Rechner. In einem Netzwerk dieser Größe treten regelmäßig unterschiedliche Probleme auf – der Server stürzt ab, PCs lassen sich nicht ein- oder ausschalten, Netzwerkverbindungen gehen verloren, Software lässt sich nicht starten, PC-Teile müssen ausgetauscht werden, etc. Diese Probleme können wir in der Schule aufgrund fehlenden Know-hows in den seltensten Fällen selbst lösen, bzw. die Zeit, die ein Lehrer aufgrund fehlenden Know-hows in die Lösung des Problems investieren muss, ist unverhältnismäßig hoch – hier fühlen wir uns durch den regelmäßigen Support in hohem Maße entlastet.
Der PlusS trägt dazu bei, dass wir unsere Computer im Unterricht nutzen können. So muss z. B. für Unterricht im PC-Raum kein Alternativ-Unterricht geplant sein, weil man sich als Lehrer darauf verlassen kann, dass es funktioniert – was vor PlusS nicht unbedingt selbstverständlich war.

Sehen Sie in dem PlusS auch die Möglichkeit, um innerhalb der Schule Know-how aufzubauen?

K. F.: Auf jeden Fall – durch den regelmäßigen persönlichen Kontakt sinkt zum einen die Hemmschwelle Fragen (zur Not auch mehrmals) zu stellen und zum anderen steht ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, der auch Fragen beantworten kann, die Besonderheiten eines schulischen Netzwerks betreffen (z. B. Lanis, reborncard, etc.).
Besonders wichtig für den Aufbau von Know-how ist meiner Ansicht nach die Regelmäßigkeit des Supports – erst dadurch steht die entsprechende Zeit zur Verfügung.
Durch den Aufbau von Know-how können Routine-Aufgaben (Internet geht nicht, Drucker druckt nicht, PC muss neu installiert werden) mit der Zeit auch durch den IT-Ansprechpartner in der Schule gelöst werden.

Wo sehen Sie für die Zukunft Optimierungsbedarf?

K. F.: Wir sind momentan mit dem PlusS sehr zufrieden und wünschen uns, dass dieser zusätzliche Support mindestens im aktuellen Umfang erhalten bleibt.

Wie wichtig ist Ihnen der PlusS?

K. F.: Sehr wichtig!

Frau Fladung, wir danken Ihnen für das Interview.